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Wurie Bah knackt die Norm -
Göttingen Der Jubelschrei, der durch das Jahnstadion hallte, als
Wurie Bah (LG Reinhardswald/SV Espenau) im Ziel des
3000-Meter-Hindernislaufs seine Zeit erfuhr, war einer der lautesten des
Tages. Als Fünfter der deutschen U23-Meisterschaften in Göttingen hatte
Bah in 8:59,98 Minuten die Norm für die Junioreneuropameisterschaften
(U20) in Novi-Sad/Serbien (9:02 Minuten) deutlich unterboten.
Beim ersten
Qualifikationsrennen in Regensburg war Bah noch sieben Sekunden über der
Norm geblieben, doch diesmal wuchs der 18-Jährige über sich hinaus. Um
zehn Sekunden steigerte er seine persönliche Bestleistung und liegt
aktuell auf Rang sieben der europäischen Jahresbestenliste der Junioren.
Bah lief ein
taktisch kluges Rennen. Auf den ersten Runden folgte er nicht dem hohen
Tempo der Spitze, sondern hielt sich als Neunter des Feldes zurück, auch
wenn er sich dabei nicht recht wohl fühlte. "Als ich meine direkten
Konkurrenten im Kampf um die Tickets, Daniel Krüger (Dorsten) und Jonas
Frenzel (Ettlingen) 20 bis 30 Meter vor mir gesehen habe, habe ich schon
etwas Angst bekommen". Doch Bahs besonnener Rennbeginn zahlte sich
aus. Die Spitze konnte das hohe Tempo nicht halten und Bah bekam bei 2000
Metern die "zweite Luft". Meter um Meter arbeitete er sich nach
vorne und hatte zwei Runden vor Schluss den Kontakt zur Spitzengruppe
hergestellt.
Als die Uhr
beim Glockenschlag zur letzten Runde 7:52 Minuten zeigte, setze Trainer
Mustafa Hallal (TSG Hofgeismar) schon zum Jubel an: "Das muss
reichen". Und es reichte. Bah kämpfte bis auf den letzten Meter und
legte noch eine Schlussrunde von 68 Sekunden drauf. 8:59,98 Minuten, Rang
fünf und die EM-Norm - Bah hatte alle im Vorfeld gesteckten Ziele
erreicht.
Doch kurz nach
dem Rennen blickte der ehrgeizige und selbstkritische Athlet schon wieder
nach vorn. "Ich habe jetzt drei Wochen Zeit bis zur EM, um weiter an
meiner Hindernistechnik zu feilen, die immer noch deutlich verbesserungsfähig
ist". Und wenn ihm das gelingt, dürfte Bah auch im Stadion
Karadjordje in Novi Sad wieder Grund zum Jubeln haben. (zah)
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