Hesschische Meisterschaften in Gelnhausen

Gelnhausen Gold, Silber und Bronze erkämpften die Leichtathleten der LG Reinhardswald bei den Hessischen Meisterschaften der Aktiven und der B-Jugend in Gelnhausen und untermauerten damit einmal mehr ihre Zugehörigkeit zur Landesspitze.

Die beeindruckende Siegesserie von Dirk Probst (TSG Hofgeismar) hielt auch im sechsten Jahr. 2001, damals noch als A-Jugendlicher, hatte er seinen ersten Stabhochsprungtitel in der Aktivenklasse gewonnen. In Gelnhausen gelang ihm die fünfte erfolgreiche Verteidigung der Goldmedaille. Zusammen mit Hallen-, Jugend- und Mehrkampferfolgen war es der 21. Hessenmeistertitel für Probst.

Bei äußerst schwierigen Wettkampfbedingungen, der böige und ständig wechselnde Wind stellte für die Stabhochspringer ein hohes Risiko dar, war Probst auch mit der Siegerhöhe von 4,80 Metern zufrieden. Selbst die danach aufgelegten 5,02 Meter riß er nur knapp und hofft in den nächsten Wettkämpfen wieder in diesen Höhenbereich vordringen zu können.

Gut drauf war auch der noch der A-Jugend angehörige Jan Bönning (TSG Hofgeismar), der sich mit persönlich besten 4,20 Metern auf dem sechsten Rang im Männerfeld behaupten konnte. Er steigerte seine alte Bestmarke trotz der widrigen Bedingungen um acht Zentimeter. "Jan hat sich athletisch stark verbessert und springt jetzt härtere Stäbe", erklärte Trainer Dieter Probst (TSG Hofgeismar) die Leistungssteigerung und sieht auch noch Potential für größere Höhen bei dem 19-jährigen.

Die Qualifikationsnorm für die Deutschen B-Jugendmeisterschaften unterboten Hannah Schacht, Lena Menzel (beide TSG Hofgeismar), Tanja Schmitt (SV Trendelburg) und Janine Mackewitz (SV Espenau) beim Gewinn der Silbermedaille im 4x100-Meter-Finale der weiblichen B-Jugend.

In 49,90 Sekunden musste sie sich nur der Staffel der südhessischen Sprinterhochburg TSV Friedberg-Fauerbach geschlagen geben und blieben deutlich unter den geforderten 50,20 Sekunden. Den 1989 aufgestellten Kreisrekord verbesserte das Quartett um fast eine Sekunde.

Erfreulich war hier auch, dass Schacht nach fast halbjähriger Wettkampfpause schon wieder auf hohem Niveau sprinten konnte.

Pech hatte Schmitt im 100-Meter-Sprint. Nach souverän gewonnenem Vorlauf verpasste sie den Zwischenlauf, da sie zu diesem Zeitpunkt im Hochsprung im Einsatz war.

Im Hochsprung erreichte sie dann mit 1,59 Metern den fünften Rang.

Ein Aufwärtstrend ist bei Miriam Thöne (TSV Niedermeiser) zu verzeichnen. Nach 1,54 Metern bei den Nordhessischen Meisterschaften verbesserte sie sich auf 1,56 Meter und belegte den neunten Rang.

Bereits vor Wochenfrist hatte sich 3000-Meter-Läufer Wurrie Bah (SV Espenau) für die DM qualifiziert. So gestaltete er entgegen seiner Gewohnheit bei für die Langstreckenläufer unangenehm hohen Temperaturen das Rennen nicht von der Spitze, sondern lief taktisch. Nach verbummeltem Tempo bis zur 2000-Meter-Marke wurde es auf dem Schlusskilometer noch einmal richtig schnell, doch das Endergebnis war dasselbe wie in Wiesbaden. Hinter dem weit enteilten Deutschen Meister Musa Roba und Dauerkonkurrent Jannik Ernst (Wiesbaden) belegte Bah den dritten Rang.

Die Zeit bis zur DM kann er jetzt für eine intensive Trainingsphase nutzen, denn für die Titelkämpfe Ende Juli in Wattenscheid hat sich Bah ehrgeizige Ziele gesetzt. So will er den 30 Jahre alten Kreisrekord des Schönebergers Martin Vialon (8:54,8 Minuten) angreifen und sich bei seiner ersten DM-Teilnahme unter den Top 20 platzieren. (ah)