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In
unregelmäßigen Abständen wollen wir auf der Homepage der LG
Reinhardswald/LAG Wesertal an frühere Athleten / Betreuer und ihre
Erfolge erinnern, die heute noch bei der LAG Wesertal aktiv sind.
Grenzöffnung
vor 20 Jahren – Wettkampf an diesem Wochenende in Berlin
von Marco Berger
Auch
ich hatte anlässlich der vielen Hinweise in den Medien auf den Mauerfall
vor 20 Jahren an den Teufelsberg-Crosslauf in Berlin gedacht. Doch erst
durch eine mail von Rudi Steinbrecher kam ich auf die Idee noch einen Rückblick
für die Homepage der LAG Wesertal auf das ereignisreiche Wochenende vor
20 Jahren zu schreiben.
Ich
selbst habe die Nachricht vom Mauerfall am 09. November erst am späten
Abend nach dem Fußballtraining beim HSV Eintracht Hedemünden (übrigens
meiner besten Fußball-Station) gehört. Am nächsten Tag hatte ich dann
von Freitagmorgen bis Samstagmorgen um 07:00 Uhr Dienst beim
Bundesgrenzschutz in Eschwege.
Am
Vormittag startete dann für Jochen Steinbrecher, Dirk Berger und mich die
Fahrt zum 26. Teufelsberg-Crosslauf des SSC Berlin. Ich denke, wir haben
damals im Jugendgästehaus am Wannsee geschlafen (genau weiß ich es aber
nicht mehr).
Bis
an den „Grenzübergang“ Helmstedt verlief die Autofahrt ohne Probleme,
doch der vergessene Fahrzeugschein machte die Einreise in die DDR unmöglich.
Also ging es mit der Bundesbahn ab Helmstadt weiter und am nächsten Tag
wieder zurück.
Das
Ergebnis von Jochen Steinbrecher im Lauf der männlichen A-Jugend ist mir
leider nicht mehr bekannt. Doch hier noch mal der Text aus dem Gemeindeblättchen
der Gemeinde Reinhardshagen vom 20. November 1989.
Trotz
einer beschwerlichen Anreise, durch die Öffnung der Grenze für die DDR-Bürger,
nahm Dirk Berger zum dritten Mal in Folge am Teufelsberg-Crosslauf in
Berlin teil. Dort hatte sich im Feld der männlichen B-Jugend ein
internationales Feld zusammen gefunden. Es starteten Läufer aus Polen,
Bulgarien, Frankreich und Skandinavien. Allein aus Schweden waren zwei
Busse gekommen. Der Lauf ging über 2850 Meter mit zwei schweren
Steigungen. Bei den Schweden hieß die zweite Steigung die „Grüne
Wand“, dort ging es steil eine Wiese hinauf. Dirk Berger platzierte sich
hinter einem Polen und vier Schweden mit 10:05,1 Minuten auf dem 6. Platz.
Als tolle Geste tauschte Dirk nach dem Rennen mit dem Dritten Johan Svärd
(IFK Halmstad) das Lauftrikot.
Die
Erinnerung von Rudi
Steinbrecher
Die
Jubelfeiern zur Maueröffnung nach 20 Jahren haben vergessen lassen, dass
auch Du mit Deinem Bruder Dirk und meinem Sohn Jochen, zwei Läufern der
LG Reinhardswald, an der Mauer warst, wenn auch nach dem nächtlichen
Durchbruch am Tag danach nicht mehr so viel Betrieb war. Daneben war für
Euch der Lauf beim Teufelscross von besonderer Wichtigkeit, nicht aus dem
Kopf zu verdrängen. Außerdem werden die strapaziöse Anreise per Zug und
die nicht weniger unkomfortable Rückreise in Erinnerung bleiben.
Die
Erinnerung von Jochen Steinbrecher (per Mail aus Amerika gekommen)
An
den Crosslauf selbst kann ich mich nicht erinnern, obwohl ich Erinnerungen
an weiter zurückliegende Läufe habe; es war nicht einer meiner besten Läufe
und lag relativ früh in der Vorbereitungsperiode.
In
meinem Trainingsbuch habe ich notiert, dass ich im Gesamteinlauf der
Mittelstrecke über 2850m den 11. Platz belegte, und bei der A-Jugend 8.
wurde (weiß nicht ob der Lauf mit Junioren oder wohl eher mit der
B-Jugend gemeinsam war). Der Start war sehr früh am Morgen (9:15) und wir
waren bis abends irgendwo in Mauernähe auf Westberliner Seite und auf dem
Ku'damm lange zu Fuß unterwegs, nachdem wir Quartier im Jugendgästehaus
Wannsee bezogen hatten (war damals relativ neu renoviert).
An
eine strapaziöse Rückfahrt kann ich mich nicht erinnern, aber die
Hinfahrt dauerte ihre Zeit, weil so viele das Wochenende in Berlin
verbringen wollten. Die ohnehin zähe Prozedur bei der Einreise in die DDR
war dadurch noch länger und natürlich weiß ich noch, dass wir - nachdem
wir endlich an der Grenze ankamen - wieder umdrehen mussten, da Marco nur
den Fahrzeugschein, nicht aber den Fahrzeugbrief dabei hatte; das war eine
der besonderen Auflagen zur Transitreise durch die DDR. Zum Glück gab es
im Zug von Helmstedt nach Berlin noch Platz.
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