12.11.2009 

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IAAF WM berlin 2009

 

 

 

 

 
- Ein Blick zurück in die Vergangenheit   Teil III -                                                              

 

In unregelmäßigen Abständen wollen wir auf der Homepage der LG Reinhardswald/LAG Wesertal an frühere Athleten / Betreuer und ihre Erfolge erinnern, die heute noch bei der LAG Wesertal aktiv sind.

Grenzöffnung vor 20 Jahren – Wettkampf an diesem Wochenende in Berlin 
von Marco Berger

Auch ich hatte anlässlich der vielen Hinweise in den Medien auf den Mauerfall vor 20 Jahren an den Teufelsberg-Crosslauf in Berlin gedacht. Doch erst durch eine mail von Rudi Steinbrecher kam ich auf die Idee noch einen Rückblick für die Homepage der LAG Wesertal auf das ereignisreiche Wochenende vor 20 Jahren zu schreiben.

Ich selbst habe die Nachricht vom Mauerfall am 09. November erst am späten Abend nach dem Fußballtraining beim HSV Eintracht Hedemünden (übrigens meiner besten Fußball-Station) gehört. Am nächsten Tag hatte ich dann von Freitagmorgen bis Samstagmorgen um 07:00 Uhr Dienst beim Bundesgrenzschutz in Eschwege.

Am Vormittag startete dann für Jochen Steinbrecher, Dirk Berger und mich die Fahrt zum 26. Teufelsberg-Crosslauf des SSC Berlin. Ich denke, wir haben damals im Jugendgästehaus am Wannsee geschlafen (genau weiß ich es aber nicht mehr).

Bis an den „Grenzübergang“ Helmstedt verlief die Autofahrt ohne Probleme, doch der vergessene Fahrzeugschein machte die Einreise in die DDR unmöglich. Also ging es mit der Bundesbahn ab Helmstadt weiter und am nächsten Tag wieder zurück.  

Das Ergebnis von Jochen Steinbrecher im Lauf der männlichen A-Jugend ist mir leider nicht mehr bekannt. Doch hier noch mal der Text aus dem Gemeindeblättchen der Gemeinde Reinhardshagen vom 20. November 1989.

Trotz einer beschwerlichen Anreise, durch die Öffnung der Grenze für die DDR-Bürger, nahm Dirk Berger zum dritten Mal in Folge am Teufelsberg-Crosslauf in Berlin teil. Dort hatte sich im Feld der männlichen B-Jugend ein internationales Feld zusammen gefunden. Es starteten Läufer aus Polen, Bulgarien, Frankreich und Skandinavien. Allein aus Schweden waren zwei Busse gekommen. Der Lauf ging über 2850 Meter mit zwei schweren Steigungen. Bei den Schweden hieß die zweite Steigung die „Grüne Wand“, dort ging es steil eine Wiese hinauf. Dirk Berger platzierte sich hinter einem Polen und vier Schweden mit 10:05,1 Minuten auf dem 6. Platz. Als tolle Geste tauschte Dirk nach dem Rennen mit dem Dritten Johan Svärd (IFK Halmstad) das Lauftrikot.   

Die Erinnerung  von Rudi Steinbrecher

Die Jubelfeiern zur Maueröffnung nach 20 Jahren haben vergessen lassen, dass auch Du mit Deinem Bruder Dirk und meinem Sohn Jochen, zwei Läufern der LG Reinhardswald, an der Mauer warst, wenn auch nach dem nächtlichen Durchbruch am Tag danach nicht mehr so viel Betrieb war. Daneben war für Euch der Lauf beim Teufelscross von besonderer Wichtigkeit, nicht aus dem Kopf zu verdrängen. Außerdem werden die strapaziöse Anreise per Zug und die nicht weniger unkomfortable Rückreise in Erinnerung bleiben.

Die Erinnerung von Jochen Steinbrecher (per Mail aus Amerika gekommen)

An den Crosslauf selbst kann ich mich nicht erinnern, obwohl ich Erinnerungen an weiter zurückliegende Läufe habe; es war nicht einer meiner besten Läufe und lag relativ früh in der Vorbereitungsperiode. 

In meinem Trainingsbuch habe ich notiert, dass ich im Gesamteinlauf der Mittelstrecke über 2850m den 11. Platz belegte, und bei der A-Jugend 8. wurde (weiß nicht ob der Lauf mit Junioren oder wohl eher mit der B-Jugend gemeinsam war). Der Start war sehr früh am Morgen (9:15) und wir waren bis abends irgendwo in Mauernähe auf Westberliner Seite und auf dem Ku'damm lange zu Fuß unterwegs, nachdem wir Quartier im Jugendgästehaus Wannsee bezogen hatten (war damals relativ neu renoviert). 

An eine strapaziöse Rückfahrt kann ich mich nicht erinnern, aber die Hinfahrt dauerte ihre Zeit, weil so viele das Wochenende in Berlin verbringen wollten. Die ohnehin zähe Prozedur bei der Einreise in die DDR war dadurch noch länger und natürlich weiß ich noch, dass wir - nachdem wir endlich an der Grenze ankamen - wieder umdrehen mussten, da Marco nur den Fahrzeugschein, nicht aber den Fahrzeugbrief dabei hatte; das war eine der besonderen Auflagen zur Transitreise durch die DDR. Zum Glück gab es im Zug von Helmstedt nach Berlin noch Platz.

 


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