Bericht von den Süddeutschen Meisterschaften in Wetzlar

Wetzlar Als Süddeutscher Vizemeister im Stabhochsprung der Männer sorgte Lars Haverkamp (LG Reinhardswald/ TSG Hofgeismar) für eine der größten Überraschungen der Titelkämpfe.

Der noch dem jüngeren A-Jugendjahrgang angehörende Athlet hatte sich gegen die starke Konkurrenz bei den Aktiven bestenfalls Chancen auf eine Top-Acht-Platzierung ausgerechnet. Doch im strömenden Regen hatte Haverkamp Glück und Können auf seiner Seite und holte mit 4,60 Metern die Silbermedaille.

Wie schon bei den Deutschen Jugendmeisterschaften kam er mit schwierigen Bedingungen besser zurecht als seine Mitstreiter. Während viele höher eingeschätzte Springer reihenweise ohne gültigen Versuch blieben, kam Haverkamp bis auf zehn Zentimeter an seine Bestmarke heran. In der Endphase des Wettkampfs profitierte er davon, dass sich einige Spitzenathleten verspekuliert hatten und bei zeitweilig irregulären Bedingungen nicht mehr über ihre Anfangshöhe sprangen.

„Lars' Mut zum Risiko wurde belohnt“, freute sich Trainer Dieter Probst, der es seinem Athleten angesichts der gefährlichen Bedingungen freigestellt hatte, den Wettkampf vorzeitig zu beenden.

Haverkamps Vizemeisterschaft ist das beste jemals von einem LG R-Athleten bei Süddeutschen Meisterschaften der Aktiven erzielte Ergebnis. Bisher stand Dirk Probsts (TSG Hofgeismar) dritter Rang bei den Hallenmeisterschaften 2003 als einziger Medaillenerfolg in der Bilanz.

Probst war zwar gemeldet, hörte aber auf den Rat seines Physiotherapeuten und verzichtete nach wieder aufgetretenen Rückenproblemen auf einen Start.

Der Blick nach vorn gestaltet sich für Haverkamp positiv. „Ich bin in Topform, das will ich ausnutzen“, ist Haverkamp auch am Ende einer langen Saison noch hochmotiviert. „Wer bei solchen Bedingungen 4,60 Meter springt, kann auch die C-Kadernorm von 4,80 Metern erreichen“, so Trainer Probst.

Zwei Wettkämpfe stehen bis zur Regenerationspause Mitte September noch auf dem Programm.

In hervorragender Verfassung präsentierte sich auch die 4x100-Meter-Staffel der LG R. Die bereits bei den Deutschen Jugendmeisterschaften erfolgreichen A-Jugendlichen Jens Isermann, Pascal Bönning und Philipp Widera hatten sich mit Mustafa Hallal (alle TSG Hofgeismar) verstärkt. In der Topbesetzung steigerte das Quartett seine Jahresbestzeit auf 43,51 Sekunden und behauptete sich gegenüber starker Konkurrenz auf dem achten Rang. Seit mehr als zehn Jahren war keine LG R-Sprintstaffel schneller.

Die im Vorfeld angestrebte Top-Acht-Platzierung erreichte auch die 4x400-Meter-Staffel mit Hallal, Widera, Marijan Krapp (TSG Hofgeismar) und Tim Reitz (SV Espenau).

Die Hoffnung auch hier eine neue Bestzeit aufzustellen versank aber im strömenden Regen. Dennoch konnte sich das LG R-Team in 3:38,54 Minuten im Kampf mit der Süddeutschen Elite auf dem siebten Rang behaupten.

Im 400-Meter-Hürdenlauf bestätigte Reitz als guter Zwölfter in 56,74 Sekunden seine Qualifikationsleistung. Nach langjährigen Verletzungsproblemen blieb er in dieser Saison erstmals weitgehend verletzungsfrei und konnte sich auf hohem Niveau stabilisieren.

Eine neue persönliche Bestzeit sprintete Johannes Knoth (TSG Hofgeismar) im Vorlauf über 200 Meter der männlichen B-Jugend. Mit 23,68 Sekunden war er fast drei Zehntelsekunden schneller als bisher in der Saison. (ah)