21.07.2008 

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IAAF WM berlin 2009

 

 

 

 

 
 Lena Menzel.....

Berlin Wer Lena Menzel (LG Reinhardswald/TSG Hofgeismar) am Vorabend der deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften und während der zwei Wettkampftage in Berlin erlebte, bekam Abseits der Laufbahn nicht das Gefühl, eine zukünftige Silbermedaillengewinnerin über 400 Meter der weiblichen B-Jugend vor sich zu haben. 

Trotzdem sie als Dritte der Meldeliste zu den Favoritinnen gehörte, hatte Menzel offensichtlich Zweifel was ihre Chancen anging.

Das äußerte sich schon am Donnerstag Abend in der Frage, ob es denn über 400 Meter ein B-Finale für die nach den Vorläufen auf den Rängen neun bis 16 platzierten Athletinnen geben würde. Die Antwort fiel negativ aus und im Vorlauf am Freitag zeigte Menzel, dass die Frage auch vollkommen unnötig gewesen war. 

Von einer überraschend forsch losstürmenden Sherin Zaian (Berlin) gefordert lief auch Menzel zur Bestform auf und sprintete in 55,87 Sekunden die schnellste Vorlaufzeit. Kurzzeitig hellte sich die besorgte Miene auf

Doch nur kurz, dann musste Trainer Mustafa Hallal (TSG Hofgeismar) wieder Zweifel zerstreuen. "Das war zu schnell. Die Zeit kann ich doch morgen unmöglich noch einmal toppen", sagte Menzel. 

Doch Hallal wusste, dass nach dem Training der letzten Monate noch eine Steigerung drin war und überzeugte auch seine Athletin. Nach einem langen Auslaufprogramm und einer Massage von HLV-Physiotherapeutin Steffi Nasz war Ausruhen bis zum Finale angesagt.

Beim Blick auf die Startliste für den Endlauf am Samstag waren die Zweifel wieder da. Bahn sechs, alle Favoritinnen im Rücken, die Auslosung hätte besser laufen können. Dann der Weg zum Finale. 

500 Meter durch einen Tunnel vom Aufwärmplatz zum Callroom am Marathontor. Eine übereifrige Kampfrichterin, die zu lange Spikenägel monierte, trug nicht zur Nervenberuhigung bei. Nach dem Einmarsch ins Stadion Vorstellung der Athletinnen auf der großen Videowand an der Stirnseite des Stadions.

Dem Startschuss folgte ein atemberaubender Lauf von Menzel. Die 200-Meter-Marke passierte sie als Vierte mit mehr als zehn Metern Rückstand. Dann zündete sie den Turbo. Auf die Zielgerade bog sie als Dritte ein, 50 Meter vor Schluss schob sie sich auf Rang zwei, einzig die Titelverteidigerin Corinna Harrer (Regensburg) konnte sie nicht mehr einholen. 

Im Ziel noch einmal die Rückversicherung beim Fotografen im Innenraum, Alexander Humme (TSG Hofgeismar). "Alex, Zweite?". "Ja, Zweite. 55,53 Sekunden!". Und dann trotz der Erschöpfung ein Lächeln und endlich silberne Gewissheit. (zah)


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